Hive sammelt Finanzierungsrunde ein

Die Startup-Uniform sitzt: Zum Zoom-Gespräch schalten sich Franz Purucker und Oskar Ziegler aus zwei nebeneinander stehenden Telefonboxen zu, beide Hive-Gründer tragen eine graue Patagonia-Weste mit Firmenlogo. Und auch die erste Finanzierung ist eingetütet: 1,6 Millionen Euro konnte das E-Commerce-Logistik-Startup in einer Pre-Seed-Runde einsammeln. Neben dem Investor Picus Capital beteiligten sich namhafte Gründer aus der Logistik- und E-Commerce-Welt, etwa die Gründer von Flixbus und Forto. Auch der Lesara-Gründer Roman Kirsch und Sebastian Merkhoffer von Fitvia investierten.

Hive kümmert sich um die Versandlogistik von jungen E-Commerce-Unternehmen und ist selbst erst vor wenigen Monaten gestartet. Im Juli 2020 eröffneten die Berliner ihr erstes Lager in der Hauptstadt.

Wenig Lust auf das Thema Logistik

Die Zielgruppe der Firma sind schnell wachsende D2C-Marken (Direct to Consumer), also Unternehmen, die Produkte etwa über einen eigenen Online-Shop vertreiben. Viele dieser jungen D2C-Brands hätten wenig Lust, sich mit dem Thema Operations zu beschäftigen, sagt Purucker: „Sie wollen sich lieber um das Marketing kümmern als um Zollnummern.“ Zwar könnten sie das Thema Logistik an Amazon auslagern, doch viele wollten das nicht, so der Gründer: Kein direkter Kundenkontakt, wenig nachhaltig, keine Sonderlösungen möglich zum Beispiel bei der Verpackung.

Hive will eine Alternative zu Amazon bieten. Einer ihrer ersten Kunden etwa ist Happy Glam, das Nagellack-Startup der Szeneköpfe Roman Kirsch und Sebastian Merkhoffer. So sei auch der initiale Kontakt zu ihren späteren Angel-Investoren zustande gekommen, erzählt Purucker. Neben Happy Glam betreue Hive mittlerweile 15 weitere Firmen. weiter stünden auf ihrer Warteliste, so die Gründer. Bis zum Ende des Jahres sollen es insgesamt 150 Marken werden. Das Team selbst beschäftigt aktuell 27 Mitarbeiter. Purucker (24), Ziegler (27) und der dritte Mitgründer Leonard von Kleist (23) wollen vor allem weitere Software-Entwickler einstellen.

Von anderen Anbietern will sich Hive nämlich dadurch abheben, dass es sich nicht nur um die Logistik der Firmen kümmert, sondern auch die nötige Software bereitstellt. Mit der sollen Kunden ihr Geschäft verwalten und skalieren können. In Zukunft sollen die D2C-Unternehmen dadurch auch automatisch Bescheid bekommen, wann sie Ware nachproduzieren müssen. Auch Warenvorfinanzierung will Hive anbieten. Zunächst aber plant das Startup die Eröffnung eines zweites Lagers, ebenfalls in Berlin. Das dritte soll dann aber schon im europäischen Ausland stehen, sagen die Gründer.

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